Neue Presse: Die Abenteuer mit Scheherazade
Wo der Flaschengeist rappt
VON HARALD HOLSTEIN
HANNOVER. Mit einfachsten Mitteln gehts im Theater in der List ins Reich der Fantasie und Abenteuer. Mit Bezugnahme auf die Märchen aus Tausendundeiner Nacht entwickelt Regisseur Willi Schlüter eine traumhaft-witzige Bühnenreise. Zauber für alle: Bei der Premiere von „Die Abenteuer mit Scheherazade" hatten Kinder wie Erwachsene ihr
Vergnügen. Die Story ist schnell erzählt: die zehnjährige Konstanze liebt Märchen und findet sich plötzlich in der Welt des Sultan Schariar wieder, der jegliches Vorlesen und Anhören von Geschichten verboten hat. Gemeinsam mit der berühmten Erzählerin Scheherazade macht sie sich auf, dem Fürsten wegen des Verbots die Leviten zu lesen. Eine Reise, auf der die beiden einer Reihe irrwitziger Typen begegnen. Tolle Kostüme - der Zuschauer bemerkt nicht, dass nur vier Schauspieler die vielen Wesen der Märchenwelt verkörpern. Die meisten davon spielt Tim von Kietzell, dessen cooler Flaschengeist im Hip-Hop-Jargon zu den Glanzpunkten zählt. Nur ein wenig Licht und Nebel - schon wirkt die Befreiung des Geistes aus der winzigen Öllampe echt. Kietzells feilschwütiger Händler erreicht dann fast Monty-Python-Qualitäten. Der geschickte Einsatz von Liedern, Geräuschen, Videoprojektionen und nicht zuletzt das
berührende Spiel des gesamten Ensembles entführten in eine zauberische Welt.
Unbedingt anschauen!
5 von 5 Sternen (Höchstwertung )
Harald Holstein, Neue Presse, 01.12.2010

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