Schlaaand! Ich hab Heimat.
Auf der Suche nach Heimat. Inszenierung: Tim von Kietzell Fotos: Joachim Giesel
„Was bedeutet für Sie Heimat? Welche Werte und Gefühle verbinden Sie mit Heimat? Wonach sehnen Sie sich? Was vermissen Sie? Was ist für Sie typisch "deutsch"?“
Diese Fragen haben wir Menschen gestellt, die nach Heimat suchen, weil sie ihre Heimat verlassen haben oder mussten. Menschen, die hier bei uns in "Schlaaand" aber noch keine Heimat gefunden haben, aber heimisch werden wollen. Wir haben in Internetforen gestöbert, um auf diese Fragen Antworten zu bekommen. Und daraus entstanden ist eine unterhaltende, tiefsinnige und experimentelle Collage aus Musik, Schauspiel und Bewegung.
Ein Theaterabend, der unsere Urinstinkte und unsere Sinne und Emotionen anspricht. Ein Abend voller Poesie und Ironie.
Wir danken der freundlichen Unterstützung durch den Bezirksrat Vahrenwald-List die Region Hannover die SpardaBank Hannover.
Deutsche Bären "Schlaaand! Ich hab Heimat" im Theater in der List
...Mit dem Titel "Schlaaand!" hat man sofort das Sommermärchen 2006 im Kopf. Regisseur Tim von Kietzell spielt in seiner neuen Inszenierung mit der positiven Erwartung der Zuschauer. Denn ganz so einfach ist die Völkerverständiguung nicht: von Kietzell bleibt kritisch und beschwört innerhalb von zwei Stunden einige Verständigungsprobleme herauf. Entstanden ist eine komisch-traurige und sehr bildstarke Theatercollage über Heimat und Fremdsein. Vier Schauspieler stehen auf der Bühne. Zunächst sehen sie in ihren uniformen Bärchenkostümen etwas albern aus. Doch nachdem sie sich das Fell über die Ohren gezogen haben, zeigen sie ganz andere Identitäten. Die Darsteller stammen aus Deutschland, Russland, dem Senegal und Polen. An diesem Abend werden sie immer wieder ganz andere Identitäten annehmen. In diesem Spiel, das auf Texten und Interviews beruht, kommen auch Vorurteile gegenüber die Deutschen auf die Bühne: Da gibt es einen Schilderwald zu sehen, das gepflegte Grün vor dem Reihenhaus und das nervige Nummernziehen auf dem Amt. Doch so harmlos bleibt es nicht: Auch Fremdenhass wird thematisiert, Angst vor der deutschen Sprache, Heimweh und Identitätssuche. Und als wäre das nicht schon bedrückende Wahrheit genug, verschwimmen auch noch Fiktion und Realität: Die Schauspieler begeben sich ins Publikum und stellen den Zuschauern Fragen: "Wo war dein Großvater eigentlich zur Reichsprogromnacht?", "Was hast du für Vorurteile gegen Russen?" Die Konfrontation sorgt für nachdenkliche Mienen. Am Ende zeigt sich auf der Bühne ein Bild der Unordnung: Verkehrsschilder, eine Wasserballweltkugel, ein Weihnachtsbaum, Kunstrasen und Konfettischnee liegen wild durcheinander. Keiner hat sich die Mühe gemacht, Ordnung zu schaffen. Ist das Schlaaand? Die Botschaft des Abends heißt wohl: Zeit mit den Vorurteilen aufzuräumen. von Kira PIEPER HAZ am 16.5.2011
Publikumsreaktionen im Gästebuch
mit Inka Grund, Natalia Milovanova, Mamadou Diedhiou, Bohdan Swiderski Mario Ehrenberg-Kempf (Bass/Sounds) Kostüme: Sabine Mech Bühne: Wolfgang Heinrich, Tim von Kietzell Bühnenbau: Wolfgang Heinrich Musik: Mario Ehrenberg-Kempf und Volksliedgut Fotos: Joachim Giesel
13. | 14. | 25. | 27. | 28. Mai 2011 02. | 03. | 04. | 17. | 18. Juni 2011
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